1. Schritt zum regionalen Breitband geschafft!

Veröffentlichungsdatum21.09.2020Lesedauer10 Minuten

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Über 60% der Haushalte im förderfähigen Gebiet in der LEADER-Region Donau-Böhmerwald zeigen Interesse an einem ultraschnellen Breitbandinternet.

Im Oktober 2019 haben die 38 Gemeinden der LEADER-Region Donau-Böhmerwald beschlossen gemeinsam die Kräfte zu bündeln und sich miteinander um einen flächendeckenden Breitbandausbau in der Region zu bemühen. Das LEADER-Projekt „Regionales Breitbandkonzept Donau-Böhmerwald“ wurde aus der Taufe gehoben.

„Ab 2020 soll ein Masterplan für den gesamten Bezirk Rohrbach erstellt werden, um den Breitbandausbau in der Region koordiniert voranzutreiben. Zeitgleich soll flächendeckend im förderfähigen Gebiet der Bedarf der BürgerInnen für den Bezug eines ultraschnellen Internets erhoben und verortet werden. Ziel ist es mit Ende 2019 einen Ausbauplan für die nächsten fünf bis zehn Jahre vorlegen zu können,“ erklärte LAbg. Georg Ecker, Obmann der LEADER-Region Donau-Böhmerwald, damals.

Der erste große Schritt – die Bewusstseinsmachung auf kommunaler und persönlicher Ebene für die Wichtigkeit des Infrastrukturausbaues Breitband – ist abgeschlossen. Das Ziel, 60% der förderfähigen Haushalte in der Region sagen „ja, ich will zukünftig ein ultraschnelles Internet“ wurde geschafft! Mit Ende August gaben 65% der Haushalte eine positive Interessensbekundung ab!

„Ein ganz, ganz großes Lob gilt hier den ehrenamtlichen BreitbandakteurInnen in der Region. 300 Personen haben sich seit März 2020 dafür eingesetzt die regionale Bevölkerung über die Konditionen eines Breitbandanschlusses zu informieren,“ erklärt Projektleiterin Irene Rosenberger-Schiller. „Wir danken auch den unermüdlichen Breitbandbeauftragten in den Gemeinden, die sich immer wieder darum bemüht haben die fleißigen Ehrenamtlichen zu motivieren, zu informieren und zu koordinieren!“

Tipp: Interessensbekundungen können weiterhin auf den Gemeinden oder Online unter www.donau-boehmerwald.info/breitband-ausbau/ abgegeben werden.

Nun können die Weichen für den nächsten großen Schritt gelegt werden: Die Suche nach ausbauwilligen Providern. Über 10 Provider wurden bereits angefragt. Das Ziel ist der flächendeckende Ausbau, daher werden bis Ende Oktober die unterschiedlichsten Interessen der Provider noch koordiniert, um bei der nächsten Förderung auf Bundesebene die förderfähigen Gebiete zur Förderung einzureichen. Sollten sich für manche Gebiete in der Region keine am freien Markt tätigen Provider finden, gibt es in OÖ mit der Fiber Service GmbH eine 100% Tochter des Landes OÖ, die in solchen Fällen den Ausbau übernimmt. Angestrebt wird der Ausbau über FTTH, Fiber to he home, also Glasfaser bis in jeden Haushalt.

Die Masterplanung, die parallel zur Bewusstseinsbildung in der Region erstellt worden ist, wird mit Ende des Jahres fertig gestellt und dient den Providern als Unterstützung in ihrer Planung und wird den Gemeinden zukünftig als Orientierungshilfe im Breitbandausbau in der Region dienen.

Obmann LAbg. Ecker berichtet „Aktuell wird auch bereits über ein Folge-LEADER-Projekt nachgedacht, dass 2021 starten könnte, um die Gemeinden in der Umsetzung des Breitbandausbaues zu unterstützen. Damit die Lebensqualität in unserer Region weiter ausgebaut werden kann und unter anderem ein tägliches Pendeln zur Arbeit zumindest nicht aufgrund einer fehlenden schnellen Internetverbindung notwendig sein muss.“

Der große Plan: Bis 2025 ist die LEADER-Region Donau-Böhmerwald flächendeckend ausgebaut!

Mit dem Projekt „Regionales Breitbandkonzept Donau-Böhmerwald“ unterstützt die LEADER-Region Donau-Böhmerwald in Zusammenarbeit mit dem Breitbandbüro OÖ, der Fiber Service OÖ GmbH und der Regionalmanagement OÖ GmbH dieses Vorhaben. 



Faktencheck:

Ziel des Projektes „Regionaler Breitbandausbau in der LEADER-Region Donau-Böhmerwald“:

Umfassende Unterstützung der Gemeinden in der Errichtung einer… 

  • leistungsstarken (Fiber to the Home für jeden Haushalt) 
  • kompatiblen (effiziente Nutzung der Netzinfrastrukturen mit wenig Parallelstrukturen) 
  • nachhaltigen (stufenweise, erweiterbare Ausbaupläne - kommunal, regional) 
  • flächendeckenden (Breitbandinternet für jeden Haushalt)

… Breitbandinfrastruktur bis 2025 in der LEADER-Region Donau-Böhmerwald.

 Projektkulisse: 38 Gemeinden der LEADER-Region sind am Projekt beteiligt, 21 Gemeinden haben im Zuge des Projektes aktiv am Projektteil Bewusstseinsbildung teilgenommen; die Kleinregionen Hansbergland, Steinerne Mühl sowie die Gemeinden Schwarzenberg, Julbach, Nebelberg, Oberkappel und Neustift haben diesen Schritt schon eigenständig vor Projektbeginn gemacht

Konditionen: 300 EUR einmalig für Hausanschluss + ca. 40 EUR pro Monat (siehe Folder)

Haushalte im förderfähigen Gebiet in der Projektkulisse: ca. 5.600 (30% in der LEADER-Region, bereinigt durch alle nicht bewohnbaren Objekte) Ergebnis der Sammlung der Interessensbekundungen



ff HH

positive HH


LEADER Region DB

---

5626

3649

64,9%

Böhmerwald

---

1265

809

64,0%

Donau-Ameisberg

---

1341

948

70,7%

Granitland

---

1803

1159

64,3%

Rohrbach-Mitte

---

1217

733

60,2%

Definition förderfähiger Haushalt: weniger als 30 Mbit/sec Downloadgeschwindigkeit + mehr als 1.000 m Entfernung vom Wählamt

Ehrenamtliche BreitbandakteurInnen, die die Bevölkerung informierten und Interessensbekundungen einsammelten: 300 Personen



FAQs

Was bedeutet „Breitband“? Ein Breitband-Internet-Zugang charakterisiert sich vor allem durch eine hohe Datenübertragungsrate. Pro Sekunde werden Millionen von Bit (die kleinste Einheit in der digitalen Welt) übertragen. Im Vergleich dazu sind ältere Techniken wie Telefonmodem- oder ISDN-Einwahl (so genannte Schmalbandtechniken) langsamer und können pro Sekunde nur einen Bruchteil der Datenmengen versenden und empfangen. Breitband-Internet ist’s, wenn es funktioniert! Wenn man zu jeder Tages- und Nachtzeit große Datenmengen schnell down- und uploaden kann und beim Navigieren durch die Browser nur geringe Wartezeiten durch schnelle Ladezeiten entstehen. Aktuell sprechen wir von Breitband-Internet, wenn 30 Mega-Bit pro Sekunde (Mbit/ sec) downgeloadet werden können. Dieser Wert wird jedoch kontinuierlich nach oben korrigiert. Studien zeigen, dass 2025 bereits 75% aller Haushalte nach Breitband über 500 Mbit/s im Download nachfragen werden.[1]


Wie kann Breitband-Internet empfangen werden? Breitband-Internet kann auf mehrere Arten zu uns ins Haus gelangen. Zu den gängigsten gehören die Übertragung über die Festnetz-Telefonleitung, das Kabelfernsehnetz oder eine Glasfaseranbindung – letztere ist die derzeit schnellste und modernste Lösung, die aktuell auch durch das LEADER-Projekt „Breitbandkonzept Donau-Böhmerwald“ im Bezirk Rohrbach und in der Gemeinde Herzogsdorf breitflächig angestrebt wird. Auch über Funk (LTE/ Long Term Evolution = Handy) können hohe Geschwindigkeiten erreicht werden. ABER: eben nicht ungeteilt, je mehr Personen zur selben Zeit den Funkmasten nutzen, umso weniger bleibt für den Einzelnen über. Glasfaser hingegen ist ein ungeteiltes Medium. Das, was man bestellt hat, bekommt man IMMER!


Wozu braucht man Breitband-Internet? Das Down- und Upload-Datenvolumen in einem durchschnittlichen oö. Haushalt verdoppelt sich ca. alle 14 Monate. 10 Familien, die Netflix verwenden, verbrauchen aktuell so viel Datenvolumen, wie 1997 weltweit verbraucht wurde![2] Eine Entwicklung, die sich nicht aufhalten lässt. Aber nicht nur das Freizeitverhalten ist ein Treiber für den rasanten Anstieg des Datenverbrauches. Medizinische Versorgung in der mobilen (Kranken)Pflege, Smart Homes, Anforderungen von Schule und Studium, digitalisierte Lebenswelten im Unternehmensbereich oder Herdenmanagement in der Landwirtschaft sind nur ein kleiner Auszug aus den vielen Anwendungen, die hohe Datenvolumina benötigen und die täglich mannigfaltiger werden. Österreich liegt im Europavergleich bei einer FTTH-Versorgung (Fiber to the home = „Glasfaser bis ins Haus“ an vorletzter Stelle[3]. Wir müssen also handeln, um nicht den Anschluss zu verlieren! 


Aber warum braucht es mich als BürgerIn, um diese Infrastruktur voranzutreiben? Breitband-Internet kann nicht über Nacht hergestellt werden. Es müssen in einem ersten Schritt 60% der Haushalte im förderfähigen Gebiet (siehe http://www.breitband-ooe.at/Fördergebiete) ein grundsätzliches Interesse an einer Breitbandversorgung zeigen, erst dann werden die Anbieter aktiv. Daher werden in den nächsten Wochen ehrenamtliche BreitbandakteuerInnen die BürgerInnen informieren und Interessensbekunden einsammeln. Diese stellen keine rechtliche Verpflichtung zum Anschluss dar, sondern zeigen die Kosten eines zukünftigen Anschlusses auf (ca. 40 EUR/ Monat; einmalig 300 EUR Anschlussgebühr, Bindung an den ausbauenden Provider auf 24 Monate, danach kann man den Provider wechseln) und bekunden den Willen, zukünftig Internet zu diesen Rahmenbedingungen zu konsumieren.


Wie kommt das Breitband-Internet zu mir nachhause? 1. Schritt: Interessensbekundung unterschreiben. 2. Schritt: Provider reicht den flächendeckenden Ausbau im förderfähigen Gebiet zur Förderung ein, wenn 60% der förderfähigen Haushalte eine positive Interessensbekundung abgeben. 3. Schritt: Ausbau flächendeckend geplant bis 2025


Was kostet mich ein Breitband-Internetanschluss? Für die Grabearbeiten bis zur Grundstücksgrenze und die gesamte notwendige Technik (Kabel, Router) bis ins Haus bezahlt man ca. einmalig 300 EUR pro Haushalt. Monatlich fallen, je nach Tarif, den man beim Provider wählt, ca. 40 EUR pro Monat an. Bei einer Mindestbindungsdauer von zwei Jahren ergeben sich daraus ca. 1.260 EUR. Telefon und TV sind in diesen Kosten integriert. Telekomgebühren, Cube, Receiver und SAT-Schüssel werden hinfällig. Festnetznummer kann man beim Wechsel zur Internettelefonie mitnehmen. Man möchte zwar zukünftig die Möglichkeit haben Breitbandinternet zu beziehen, braucht aber aktuell den Anschluss nicht, dann werden einmal 700 EUR fällig. Sollte man aktuell kein Interesse haben und später einmal anschliessen wollen ergeben sich mindestens 1.000 EUR.


In der Region wird in einem ersten Schritt das Interesse der BürgerInnen an schnellem Internet vorrangig im förderfähigen Gebiet eingesammelt. Wo sieht man, ob man im Fördergebiet liegt?

Auf der aktuellen Förderkarte des Bundes (www.breitband-ooe.at/Fördergebiet-Land-OÖ) sieht man, welche Gebiete gefördert werden. Mit einem Klick kann man sich hinein- und mit der Minus-Taste wieder herauszoomen. Alle Flächen, die gelb oder grau hinterlegt sind, sind förderfähig. Alles was durchsichtig ist, ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht förderfähig, da hier eine Breitband-Versorgung eingemeldet wurde. 


Warum wird der Ausbau nicht auch in den Ortskernen gefördert? Das Förderprogramm des Bundes (FFG, www.breitband-ooe.at/Bundesförderung) zielt mit Absicht auf die Unterstützung von sehr schlecht versorgten Gebieten ab, zu denen in der Regel Ortskerne nicht zählen. Im Ortskern sind Downloadraten von mehr als 30 Mbit/ sec aufgrund der Nähe zum Wählamt (das mit Glasfaser versorgt ist) meist gegeben. Häufig kann der Ausbau in Zentren auch wirtschaftlich über Provider am freien Markt erfolgen, die dann keine staatliche Unterstützung hierfür benötigen. In Ortskernen werden bekanntlich öfters mal zwecks Kanal, Wasser, Straßenbeleuchtung oder Strom die Straße aufgegraben, im Zuge dessen die Glasfaserleitungen leichter mitverlegt werden können. Nicht so in den abgelegenen Gemeindegebieten.


Warum hat man aber auch in Ortskernnähe öfters weniger als 30 Mbit/s zur Verfügung?

(1) nur weil man weniger Downloadrate hat, heißt das nicht automatisch, dass die Versorgung an sich schlecht ist, WEIL:…

  • „Schmalspurvertrag“: Wer noch einen alten Festnetzvertrag hat – mit 20, 15 oder gar nur 10 Mbit/ sec – limitiert seine Bandbreite lediglich mit seinem Portemonnaie. Grundsätzlich wären höhere Downloadraten möglich, man bezahlt aber nicht für mehr, also bekommt man auch nicht mehr zur Verfügung gestellt. Hier ist der Zugang zu mehr Bandbreite einfach durch eine Vertragsanpassung möglich.
  • Suboptimaler WLAN-Router: Die Endgeräte, über die man ins Internet einsteigt, hängen nicht immer direkt am Netzwerkkabel (LAN-Kabel), sondern werden oft via WLAN versorgt. Eine WLAN-Verbindung ist sehr praktisch, weil kabellos, führt aber zu Übertragungs- und Qualitätsverlusten, weil z.B.: der WLAN-Router zu schwach oder falsch eingestellt ist bzw. die Bausubstanz des Hauses WLAN-Strahlen abblockt. Um diesem Problem ein wenig auszuweichen zu können, sind Verstärker zu empfehlen. Das Problem liegt also nicht immer an der Anbindung an sich, sondern an der Verteilung innerhalb des Wohnobjektes. Auch hier gilt: „A Kabel is´a Kabel und Funk kostet Bandbreite“. 
  • Suboptimaler Hausanschluss: Die Anbindung zum Haus – oft noch mit Kupferkabel –  ist möglicherweise technisch nicht ideal verlegt. Die Leitung ist oft geflickt und gestückelt, hat vielleicht verschiedene Leitungsquerschnitte, oder wurde nicht auf dem kürzesten Wege, sondern auf Umwegen entlang von Straßen verlegt. 
  • Überlastung des Netzes: Bei Breitbandproblemen sollte man auf alle Fälle auch das Nutzerverhalten im gesamten Haushalt beobachten. Wenn man zwar mit Breitband versorgt ist, gleichzeitig über WLAN jedoch mehrere Familienmitglieder den gleichen Anschluss nutzen, werden 20 oder auch 40 Mbit/ sec rasch zu wenig. Hier sollte man sich (a) seinen Vertrag ansehen, ob dieser nicht aufgestockt werden kann (b) den WLAN-Router optimieren oder (c) die Endgeräte über ein Netzwerkkabel laufen lassen.

 


(2) kann man alle o.a. Punkte ausschließen, befindet sich aber im gut versorgten, also nicht geförderten Gebiet, und hat trotzdem nur eine Datengeschwindigkeit unter 30 Mbit/ sec zur Verfügung, dann sollte man einen Netztest (www.netztest.at/de/) machen und die Ergebnisse an das Breitbandbüro (zukunft@breitband-ooe.at) senden, damit dieses die Förderkarte beeinspruchen kann.



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Projektverantwortliche im LEADER-Projekt (v.l.n.r.: Irene Rosenberger-Schiller/LEADER, Obmann LAbg. Georg Ecker/ LEADER, Michael Fürthaller/ LEADER, Sabine Griesmann/ RMOÖ, Johannes Großruck/ LEADER)


Kontakt:

LEADER-Region Donau-Böhmerwald

Irene Rosenberger-Schiller (Projektleitung)

Marktplatz 7

4152 Sarleinsbach

+43 7283/81070

leader@donau-boehmerwald.info

www.donau-boehmerwald.info

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